Düsseldorf (IT.NRW). Seit 1961 sind 1,1 Millionen Ausländerinnen
und Ausländer aus der Türkei nach Nordrhein-Westfalen
eingewandert. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen
als Statistisches Landesamt anlässlich des 50-jährigen Jubiläums
des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei
mitteilt, zogen seither aber auch 720 000 Türkinnen und Türken
in ihre Heimat zurück. Das Abkommen zur Anwerbung türkischer
Arbeitskräfte - damals Gastarbeiter genannt - wurde am 30.
Oktober 1961 in Bad Godesberg unterzeichnet. Der Aufenthalt der
Gastarbeiter war damals für zwei Jahre vorgesehen; in den ersten
fünf Jahren kehrten aber nur 16 Prozent nach Ablauf dieser Frist
wieder heim. Aufgrund der wirtschaftlichen Rezession verließen
1967 mehr als doppelt so viele türkische Gastarbeiter das Land
wie einreisten. Während der Ölkrise wurde 1973 ein Anwerbestopp
verhängt, zehn Jahre später wurde das Rückkehrförderungsgesetz
verabschiedet, das finanzielle Anreize für die Heimkehr von
Gastarbeitern und ihren Familien bot. Die Zahl der Rückkehrer
erreichte 1984 mit 73 900 ihren Höchststand.
Infografik:
http://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2011/213_11.gifEnde 2010 lebten knapp 549 000 türkische Mitbürger an Rhein und
Ruhr. Zum Zeitpunkt des Anwerbestopps im Jahr 1973 waren es etwa
278 000 gewesen. Die Höchstzahl wurde 1997 mit 715 000 gezählt.
In den 1990er Jahren wurden türkische Einwohner in NRW verstärkt
eingebürgert. In den letzten zehn Jahren wurde jährlich mehr
Türken die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen als ins Land
einreisten: Von 2000 bis 2010 zogen 114 600 Ausländer aus der
Türkei nach NRW; 181 200 Türken wurden in dieser Zeit
eingebürgert, nicht zuletzt in Folge des Anfang 2000 in Kraft
getretenen geänderten Staatsangehörigkeitsrechts, das die
Einbürgerung erleichtert. (IT.NRW)
(213 / 11) Düsseldorf, den 28. Oktober 2011
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